Die verschiedenen Arten von Scarification:

Die verschiedenen Arten von Scarification lassen sich grob in folgende Kategorien einteilen:
 

- C U T T I N G -

feine Liniendesigns, welche mit dünnen Klingen geschnitten werden. Ab und zu werden diese Designs auch noch mit Tattoofarbe eingerieben, um eine andere Farbwirkung zu erzeugen (Inkrubbing) oder es werden Teile der Haut entfernt, um großflächige Vernarbungen zu erzeugen (Skinremoval)

- B R A N D I N G -

Vernarbung, die durch Verbrennungen erzeugt werden. Entweder durch stark erhitzte Metalteile (Strike Branding) oder durch Laser bzw Eletrokauterer.


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Warum?

Die Gründe, warum Leute sich zu dieser Form von Körperschmuck entscheiden sind genauso unterschiedlich wie beim Tätowieren und Piercen. Manche wollen damit was Bestimmtes in ihrem Leben ausdrücken, andere wollen sich dadurch von der Masse abheben und andere finden einfach die Narben optisch und vom Gefühl her interessant.
 

Risiken?

Im Prinzip gibt es die gleichen Risiken einer Infektion wie bei jeder anderen Form des Körper- schmucks auch. Die Wahrscheinlichkeit ist sogar geringer als beim Piercen, da die Wundheilung nicht durch Fremdkörper gestört wird. Dieses Risiko lässt sich ziemlich leicht durch richtige Hygiene beim Arbeiten und der richtigen Wundbehandlung minimieren. Falsche Technik (z.B. zu tiefes Schneiden oder Brennen oder Brennen mit falschen Materialien oder Schneiden mit den falschen Instrumenten) kann extrem gefährlich sein.

Das größte Risiko liegt bei der Ästhetik des Endresultates. Alle Formen der Scarification sind weit davon entfernt präzise Künste, wie z.B. Tätowieren oder Piercen zu sein. Selbst sehr erfahrene Scarification Künstler haben Probleme gleichmäßige Resultate zu erhalten, da es bei der Wund- heilung so viele Variablen gibt, die man nicht vorausplanen kann. Der Körper des Kunden erzeugt die Narbe, nicht der Künstler und da jeder Körper anders vernarbt, kann man das Endresultat nur schwer vorhersehen. Techniken, die bei einem gute Resultate erzeugen, können bei einem Anderen nicht das gewünschte Enresultat ergeben.
 

Narbengewebe?

Damit eine Wunde gut verheilen kann, muss sie ausreichend durchblutet werden. Die Neubildung von Blutgefäßen beginnt schon sehr bald, ab dem dritten Tag nach einer Verletzung. Gleichzeitig mit der Gefäßneubildung muss auch neues Bindegewebe entstehen. Diese neue Gewebe, das u.a. aus Kollagenfasern besteht, beginnt von den Rändern der Wunde langsam nach innen zu wachsen.

Normalerweise, im gewunden Gewebe, richten sich Kollagenfasern nach bestimmten Hauptzug- richtungen aus. Das kann das neu geschaffenen Gewebe nicht, weil ihm sozusagen die Orientierung fehlt. Das ist der Grund dafür, dass Narbengewebe und gesundes Gewebe anders aussehen. Durch gezielte Reizung des Wunde bzw Verzögerung dieses Vorganges kann man die Narbenbildung stark fördern.
 

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- C U T T I N G -
 

Allgemeines

Beim Cutting entstehen Narben durch Schneiden mit einem Skalpell, was eine relativ genaue und präzise Narben hinterlässt. Ein verheiltes Cutting sieht in den meisten Fällen wie eine leicht erhabene Narbe in Form des Designs aus.
 

Inkrubbing

Beim sog. Inkrubbing wird meistens Tattoofarbe in die frischen Schnitte eingerieben. Meistens wird ein Großteil der Farbe beim Abheilungsprozess verloren gehen und das Endergebnis wird wie ein sehr schlechtes Tattoo aussehen. Beim Inkrubbing ist es wichtig, die Krusten während der Abheilung nicht zu entfernen, da sonst noch mehr Farbe verloren geht.
 

Schmerzfaktor

Mit einem scharfen Skalpell und gleichmäßigen Schnitten wir ein Cutting nicht viel schmerzhafter als ein Tattoo sein. Es ist zwar ein anderer Schmerz, aber im Endeffekt nicht schlimmer.

Der Adrenalinausstoss dabei ist aber um einiges größer als bei den meisten anderen Formen der Bodymodification. Aus diesem Grund sollten die Kunden während und nach dem Cutten besonders beobachtet werden.
 

Skalpelle

Meistens werden Skalpelle mit kleinen Klingenformen (Fig. 11 oder 15) zum Cutten verwendet. Ob man sich für Einwegskalpelle oder für sterilisierbare Skalpellgriffe und Einwegklingen entscheidet, ist eine Sache des persönlichen Geschmackes.

Auf keinen Fall sollte man mit irgendwelchen anderen Werkzeugen wie Cuttern oder klingen aus dem Hobbybereich arbeiten. Diese Klingen sind bei weitem nicht so scharf wie Skalpelle und zerreißen mehr Gewebe, was nicht nur schmerzhafter ist, sondern auch noch die gezielten Narbenbildung erschwert.
 

Schnitttiefe

Die Schnitttiefe hängt u.a. vom gewünschten Endeffekt ab. Will man nur leichte Narben erzeugen, schneidet man oberflächiger, will man starke Narbenbildung erzeugen, muss man tiefer schneiden. Die Tiefe ist in etwa die gleiche wie beim Tätowieren und sollte ca 1,6mm nicht überschreiten. Tiefere Schnitte würden zwar zu einer verstärkten Narbenbildung führen, aber auch zu einer starken erhöhten Gefahr von Komplikationen.
 

Skin Removal

Um großflächige Vernarbungen zu erzielen, wählen viele erfahrene Scarification Künstler die Methode des Skin Removals. Hierbei werden nur sehr dünne und oberflächige Outlines geschnitten und das dazwischen liegende Hautgewebe entfernt. Diese Form der Scarification erfordert viel Erfharung und sollte nur von sehr erfahrenen Künstlern durchgeführt werden.

Skin Removals bergen eine Menge an Gefahren. Angefangen von einer erhöhten Gefahr von Infektionen bis hin zu Wundheilungsstörungen bzw Nichtabheilen der Wunde.

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Weitere Informationen zu Scarifications erfahrt ihr direkt im Studio.

 

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